Reisebericht Afrika
 

 

Botswana, Gaborone - Palapye - Serrowe - Khama Rhino Sanctuary - Lethakane - Kubu Island "Lost City" - Gweta - Kasane

Auf guten Strassen rollen wir durch Botswana. voll versorgt mit Treibstoff 200 l, Wasser 100 l, jeder menge Proviant, Feuerholz usw. sind wir gut ausgerüstet. Wir steuern das Khama Rhino Sanctuary an. Im Reservat leben 15 Spitznashörner und andere Tiere. Das Zentrum des Gebiets bildet die mit Grasland bewachsene Serwe-pan. Das übrige Gelände wird von trockener Busch- und Baumsavanne über dicken Kalahari-Sanden eingenommen. Für uns sind erste Tiefsandfahrten angesagt. Ideal zum üben, da das Gelände relativ übersichtlich ist. Unser Campsite Nr. 5 ist ein großer runder Sandplatz von Büschen umgeben mit Wasseranschluss, Feuerstelle und Grillplatz. In der Mitte steht ein riesiger Baobab und ein Mokongwa spendet Schatten. Wir fahren durch den Park, grillen und backen leckeres Brot im Porkey (gusseiserner Topf auf drei Beinen). Ein Päckchen self raising, Salz und eine Dose warmes Bier vermischen und gehen lassen. Glühende Holzkohle unter das Porkey und auf den Deckel. Dann 45 min Rotwein trinken und fertig ist unser leckeres Safaribrot. Wir bleiben 2 Tage und planen die Fahrt nach Kubu Island. Kubu bedeutet Flusspferd. Diese Fossile Insel liegt in mitten eines Ozeans aus weißlichgrauem Salz. Sie besteht aus rötlich-grauen findlingsartigen Granitformationen die von zahlreichen, mächtigen Baobab-Bäumen überragt werden.

In Lethakane biegen wir auf eine breite SchotterPiste Richtung Nordosten ab. Mitleidvoll winken wir einem Eselgespann mit fünf Jugendlichen zu, das kurz darauf in einer dicken Staubwolke verschwindet. Die Strasse ist kein Problem. Bigi strahlt zufrieden. Nach 12 km queren wir die Strasse nach Francistown - Orapa. Direkt gegenüber beginnt eine 23 km lange Sandpiste zum Dorf Mmatshumo. Auch kein Problem. Kurz hinter dem Dorfeingang zweigt die Piste nach norden ab. Lekhubu 42 km steht auf dem Schild. Aber bald verzweigt sich die Strasse und wir fragen nach der Richtung. Wieder ein Stück zurück und dann rechts. Freundlich lächelnd erhalten wir die Auskunft. Wir bedanken uns in dieser trockenen Gegend mit Orangen. Nach 5 km fahrt durch trockene Buschlandschaft erreichen wir einen höher gelegenen Aussichtspunkt. Es bläst ein heißer wind aus der Sowa-Pan und wir bestaunen die weite. Jetzt geht es steil bergab, über Felsbrocken klettert der Toyota zum Pfannengrund. Die Piste ist schlecht und verzweigt sich ständig. Bigi fährt vorsichtig und ich vergleiche die Routenbeschreibung und die Karte und die gefahrenen Kilometer. Eigentlich müssen wir die Pan bald erreichen. Aber jetzt liegt eine weite, trockene Savanne vor uns. Die Piste zeichnet sich deutlich ab. Vereinzelt stehen trockene Bäume im Grasland, typisch Afrika. Nach einiger Zeit fahren wir wieder durch Buschland. Die Sandpiste erfordert jetzt fahrerisches Geschick und vereinzelt peitschen Zweige gegen den Toyota. Wir kommen an einen Veterinärzaun ohne Wächter. Komisch. Ein blick zur Karte. Wir sind sicherlich falsch. Da der weg aber nach Norden führt fahren wir weiter. Wenn wir dem Zaun folgen kommen wir laut Karte zur Pfanne. Nach weiteren 5 km verzweigt sich die Piste wieder. Jetzt kehren wir um. Seit dem letzten Abzweig sind wir 17 km gefahren, die geht es jetzt zurück und dann in die andere Richtung. Wir sind wieder auf der schlechten steinigen Piste mit den zahllosen Ausweichspuren. Das Tachokontrollsystem hat funktioniert. Nach weiteren 6 km erreichen wir glücklich den Pfannengrund. Hier gibt es eine kilometerweite Sicht. Alles ist platt und weit. Die Piste gabelt sich laut Plan und wir fahren rechts wie angegeben. Mit 70 km fliegen wir über die Piste und erreichen nach 7 km das richtige Durchlasstor. In Botswana gab es eine riesige Tierseuche. Seitdem ist das ganze Land wie mit einem Netz von Zäunen durchzogen. Das wäre kein Problem, aber es dürfen keine Eier, kein Fleisch, keine Milchprodukte von einem Bezirk in den anderen gebracht werden. Theorie. Ein freundlicher Wächter kontrolliert uns und erklärt, wie wir weiterfahren müssen. Noch 7 km dann stehen 2 Pfosten am Wegesrand, dort rechts abbiegen und nach 18 km seid ihr da. Ohne Problem kommen wir zu den Pfosten. Halten an und sehen weit vor uns schwarze flecken aus der Pfanne aufragen. Kubu Island flimmert in der Mittagshitze vor uns. Trotz Klimaanlage klettert das Thermometer auf 42 grad im Auto. Wir trinken Wasser und hinter uns erscheint eine dicke Staubwolke, die sich auf uns zubewegt. Ein Schweizer paar will auch zur Insel. Andrew nickt, sein GPS bestätigt die Richtung und weiter geht es. Wir rasen wie vorgeschrieben über den grauen, grünen, weißen Untergrund. Immer im Allradmodus und immer auf den vorgefahrenen Spuren. Die Gefahren der Salzpfannen sind nicht zu unterschätzen.

Wir lagern im Schatten eines hausdicken Baobabs. Warten bis die große Hitze nachlässt. Dann klettern wir über die Insel. Kubu Island gilt als national Monument. Wir steigen auf den höchsten Punkt der Insel und bestaunen das weite Land und die bizarre Landschaft um uns herum. Die Buschmänner glauben, dass Gott einst unter den Felsen gelebt hat und legen auf der Insel Opfergaben ab und bitten um Regen. Das alles kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Sonne geht unter und taucht die gewaltigen Baobabs und die kunstvollen Granitblöcke in Rotglühendes Licht. Dazu die unendliche Weite. Es ist wie auf einem anderen Stern. Ein fantastischer, ergreifender Anblick. Wir liegen auf den warmen Felsen und können es nicht fassen. Diese Ruhe, diese Weite, diese gewaltige Landschaft, dieses Naturschauspiel. Es ist der 3. Oktober und Vollmond. Nach dem glutroten Sonnenuntergang schiebt sich der Mond als orangerote Scheibe durch den Himmel. Dies ist ohne Zweifel ein heiliger Ort mit religiöser und zeremonieller Bedeutung. Wir runden den tag mit einem Spaziergang durch die Geisterlandschaft ab. Jetzt leuchtet das Salzmeer silbergrau und wir haben das Gefühl selbst auf dem Mond zu sein.

Andrew und Karin wollen am nächsten Tag nach Gweta fahren. Quer durch die Ntwete Pan. Das liegt zwar nicht in unserer Richtung, aber diese Chance wollen wir uns nicht entgehen lassen. Diese Strecke soll man nur mit 2 Fahrzeugen und mit GPS fahren. Außerdem haben die beiden Profis Sprechfunkgeräte dabei. Nur gut, dass wir Zeit haben. Zum Sonnenaufgang klettern wir wieder auf die Insel. Wir frühstücken und wandern im sanften Morgenlicht um und über die Insel. Um 9.00 Uhr düsen wir los. Von der Nordflanke der Insel fahren wir nördlich bis zum 14 km entfernten Cattle Post. Noch ist die Piste gut zu befahren. Der Sand ist noch nicht zu heiß. Wieder durch eine endlose Weite bis zu einem einzelnen Baobab. Dort biegen wir Richtung Thabatshukudu Village ab. Das angegebene Schild fehlt. Aber GPS weiß wo es lang geht. Bigi fährt wie Jutta Kleinschmidt. Dann geht es auf gnadenlos tiefer Sandpiste mit vielen Löchern weiter Richtung Veterninary gate. Ein Wächter lässt uns passieren. Die nächsten 8,5 km verlaufen direkt am Zaun. Steppenlandschaft, grauer, tiefster Puderzuckersand mit Dornenbüschen, die den Toyota zerkratzen. Wir halten großen Abstand wegen der dicken Staubwolken. Vom nächsten Gate führt eine 79 km lange Piste nach Gweta. Die GPS-Werte s 20 grad 11 44 leiten uns. Wir passieren mehrere große Pfannenabschnitte und treffen auf Strauße, Springböcke und Esel. In der Mittagshitze flimmern große Wasserflächen in der trockenen Ebene und bisweilen sehen wir seltsame Türme und Gebäude. Die Landschaft beeindruckt vor allem durch ihre unendliche Weite. Bei einem Stop bestaunen wir den grazilen Tanz einer Gruppe Strauße. Salzpfannenbalett mit gespreizten, schwingenden Flügeln bewegen sich die langbeinigen Vögel zu einer imaginären Musik und wiegen ihre Hälse zu diesem Rhythmus. Wir können uns nicht satt sehen. Die Hitze steigt und wir müssen weiter. Trotz GPS verlieren wir 20 km vor Gweta die Hauptroute. Durch Viehpfade und Tiefen Sand graben wir uns nach Gweta durch.

Kurzer Abschied von Karin und Andrew. Wir fahren jetzt in die andere Richtung. Es war wunderschön. Amabokoboko - just do it.
Wir suchen ein Buschcamp und entstauben uns und Teile der Ausrüstung. Noch eine Nacht im Busch und letzt liegen wir in der Nata Lodge im Pool. Schreiben und wässern unsere ausgetrocknete Haut.

Birgit Heber

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