Ein Referat vom September 1978
Der Weg der Beatles (1960-1970)
Dies also ist der Weg der Beatles: der Weg von den Slums in der Hafenstadt Liverpool nach ganz oben zum Weltruhm. Nicht zu vergessen, auch zum Reichtum, der diesen vier Jungen, die wirklich wissen, was Not und Armut bedeuten, für den Rest des Lebens alle Geldsorgen nehmen sollte.
Liverpool, eine düstere, harte Hafenstadt in Großbritannien. 750.000 Einwohner (463.000 Einwohner im Jahr 2000), von denen der Mehrzahl nichts geschenkt wird. Früher ging es besser, als Liverpool noch als Umschlagsplatz für Schiffsgut eine große Bedeutung hatte. Jetzt? Nun gut, der Schiffsverkehr nach drüben, nach Irland, geht heute noch über Liverpool. Aber der Kampf um das nackte Leben dort ist härter geworden. Was würden die Menschen dort machen ohne ihren Humor. Sie können grimmig lachen über sich selbst und über ihre dreckige, aber geliebte Stadt. Über alles. Sie suchen sich ihre Lebensfreude dort, wo sie nicht viel kostet. Sie singen viel, sie musizieren und sie tanzen.
Aber sie raufen auch, sie schlagen sich herum. Die Jugend ? Die erst recht. Liverpool hatte vor Jahren die höchste Anzahl jugendlicher Krimineller von ganz England. Das war damals, als es noch keine Beatles gab!
Aber einen John Lennon gab es und mit ihm fing alles an.Geboren wurde er am 9. Oktober 1940 in Liverpool. Getauft auf den Namen John Winston Lennon. 1943 trennten sich Johns Eltern und er lebte bei seiner Tante. Mit 6 ½ Jahren kam er wieder in die Obhut seines Vaters, dann wieder zu seiner Mutter. Der Vater verschwand plötzlich ganz aus seinem Leben. John wurde Tellerwäscher und arbeitete als Hilfskellner in einem Hotel.
Seine Mutter schenkte ihm ein Banjo von ihren Ersparnissen. John war aus Interesselosigkeit kein guter Schüler.
1958 verlor er seine Mutter durch einen Unfall. Alfred Lennon, sein Vater, tauchte nur kurz auf um seinen Erbanteil abzuholen. John ließ er jedoch links liegen. 1961 heiratete John und am 8. April 1963 wurde sein Sohn Julian geboren.>Die Gründung der Beatles<
Das Banjo war der Hauptgrund für seine schlechten Leistungen in der Schule. Er spielte hauptsächlich Skiffle-Musik. Mit Freunden machte er eine eigene Skiffel-Gruppe auf. Die Mitglieder spielten Gitarre, Solo-Banjo, Waschbrett und einen selbstgebastelten Schlagbaß (Darmsaiten auf einer alten Teekiste).
John wechselte von Banjo zu Gitarre. Seine erste Gitarre war gebraucht und kostete rund 20,--DM. Ein Freund von John wusste, dass er Verstärkung suchte für seine Gruppe. Also stellte er ihm Paul vor. Genauer gesagt:>Paul Mc Cartney<
Geboren am 14. Juni 1942 in Liverpool. Seine Mutter starb als er 14 Jahre alt war. Sein Vater hatte eine eigene Band. Jim Mc Cartneys Jazz-Band. Er förderte die Musikinteressen seines Sohnes und schenkte ihm eine Gitarre.
John und Paul verstanden sich von der ersten Minute an. Paul wurde neues Mitglied in Johns Band. Sie waren beliebt, doch nur eine Amateurgruppe unter vielen. Sie spielten überall, wo man sie hören wollte. John bemühte sich um ein Engagement. Doch es bestand ein Überangebot an Gruppen, die Skiffel spielten. Es gab kaum einen Abend, an dem die Quarrymen (so nannten sie sich) nicht auf einem Vereinsabend oder einer Party spielten. Sie fuhren dann mit dem Bus. Die Gage reichte gerade für die Fahrkosten und ein Abendbrot.
John nahm bei Paul Gitarrenunterricht. Doch das war nicht leicht, denn Paul ist Linkshänder. Keiner von beiden beherrschte die Notenschrift. Doch das tat ihrer Musikbegeisterung keinen Abbruch. Sie schrieben Songs- ohne jemals daran zu denken, sie zu veröffentlichen. Zwischen 1956 und 1960 entstanden so über 100 Songs auf alten Zeitungen notiert. Sie wurden vergessen und weggeworfen. Die Quarrymen trennten sich, da keine Karriere in Aussicht war. Nur John und Paul blieben zusammen. Sie suchten nach anderen Jungs, die auch von Musik begeistert waren, genau wie sie. Sie fanden aber keine. Nur Paul kannte jemanden, mit dem er schon so einigen Unsinn ausgeheckt hatte. Er hieß George. Genauer gesagt:>George Harrison<
Er wurde am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren. Sein Vater, ein Busfahrer in seiner Heimatstadt, gab seinen Beruf nicht auf, obwohl George ihn oft genug darum gebeten hatte. Zuerst interessierte sich George nur für den Sport. Später gab er dieses Hobby dann für die Musik auf.Die drei bildeten nun eine neue Gruppe: die Rebels (die Rebellen). George war der Jüngste in dieser Gruppe und hatte eine genaue Vorstellung wie, und was gespielt werden sollte. Bloß als Jüngster hatte er keine Chancen. Er kaufte sich ein Lehrbuch für Gitarre und büffelte es durch. War danach jedoch nicht schlauer als vorher. Er fühlte zwar, wie die Gitarre klingen sollte, brachte es aber technisch nicht heraus. Schließlich war er so verzweifelt, dass er seine Gitarre auseinander nahm und alles in eine Schrankecke warf. Erst einer seiner Brüder nahm sich des misshandelten Instruments an und setzte es wieder zusammen. George nahm von neuem den Kampf mit den Akkorden wieder auf. Er spielte zwar schon weitaus besser als John und Paul, war aber trotzdem nicht damit zufrieden. So blieb es auch die ganze Zeit.
Nun waren sie drei fanatische Musikanten die aber leider eine Musik spielten, die über Nacht starb. Skiffle war out.
Im November 1958 bewarben sie sich bei einem kanadischen Talentsucher namens [Carroll] Lewis. Dieser Mr- Star-Maker startete im Empire Theatre in Liverpool eine seiner Shows, in denen Amateurkünstler ihr Können zeigen konnten.
Die drei legten sich wiederum einen neuen Namen zu. The Moondogs, die Mondhunde. Ein irrer Name, fand Mr. Star-Maker.
Die Moondogs kamen bis ins Finale des Wettbewerbs, wurden aber von einer anderen Gruppe übertroffen, die über bessere Instrumente und über Verstärkeranlagen verfügte.
So brachte ihnen der Talentschuppen auch keine Hilfe. Keinen Vertrag nichts!
Was Ihnen fehlte war eine Verstärkeranlage, da die neuen, heißen Sachen, die jetzt modern waren, mehr Kraft und Volumen brauchten. Mit einem Wort >Sound<.
Weil alle kein Geld für so etwas besaßen, beschlossen sie einen Mann mehr in die Gruppe aufzunehmen, der so eine Anlage besaß. Es meldete sich auch jemand. Stuart Sutcliffe hieß der Junge, der ein wirklich begabter Maler war (so drückte John Lennon sich in einem späteren Interview einmal aus). Er malte ein gutes Bild und verkaufte es für rund 700 DM, kaufte eine Bassgitarre, lernte die Grundbegriffe und ließ sich Tipps von Paul und George geben. Es dauerte auch nicht lange, da konnte Stuart genannt Stu mitspielen.John meinte, der Name der Gruppe müsste noch einmal geändert werden, dann aber nie wieder. Er schlug vor, dass sie sich The Rainbows nannten. Die Regenbögen. Wegen der bunten, gestreiften Hemden, die sie damals alle trugen. Doch dieser Plan wurde abgelehnt. John kam auf einen anderen Namen. Beatles. Doch dieser Name wurde von anderen Leuten abgelehnt. Von Managern und Agenten, von Kollegen. Zu irre, sagten die. Besonders Cass, der Leiter einer zu jener Zeit beliebten Gruppe Cass and the casanovas, fand den Namen unmöglich und schlug statt dessen vor: John Lennon and the silver men. John blieb dabei, die Gruppe Beatles zu nennen und ließ nur zu, dass ein Silver davor gesetzt wird.
Als Silverbeatles spielten die vier jetzt in den Clubs von Liverpool. Sie hatten 1959 ihre eigenen Fans, man verlangte bereits ihre Autogramme und die ersten Mädchen fielen in Ohnmacht, wenn dieses Quartett alle Schleusen öffnete und musikalischen Dampf abließ.
Geld ? Nun 20,-- DM pro Mann und Abend waren das höchste der Gefühle. Dann aber kam die große Wende. Larry Parnes, ein Manager der bereits viele Talente zu Stars gemacht hatte, hörte sich die vier an. Er engagierte sie kurzfristig für eine Tournee kreuz und quer durch Schottland. Allerdings waren sie nur unter ferner liefen im Programm. Doch der entscheidende Schritt war getan. Vom Amateur zum Berufsmusiker. Die Würfel waren gefallen. Die Musik war nun ihr Leben.
Durch einen Trick kamen sie auch an einer Verstärkeranlage. John und Stu redeten den Veranstaltern eines Tanzabends ein, dass man für die Ansage des Programms unbedingt eine Lautsprecheranlage brauchte. Sie wurde gekauft und wanderte später in den Besitz der Beatles über, umgebaut zur Verstärkeranlage für Gitarren.
Im Frühjahr ließ die Geschäftslage der Silverbeatles zu wünschen übrig. Da kam ein Manager und fragte: Wollt ihr nach Hamburg ? Mach keinen Quatsch, sagte John damals. Er machte keinen Quatsch. Eigentlich sollten die Rory Storm and the Texans nach Hamburg. Die waren aber nicht mehr frei. So bekamen die Beatles, wie sie von nun an hießen, ihre Chance.
Beatle ? Was heißt das eigentlich, fragten sie viele Leute. Tja, das ist ein Wortspiel von John Lennon. Eine Mischung aus beat (Rhythmus) und beetle (Käfer). Frei übersetzt also ein Rhytmuskäfer.
So spielten wie von nun an in Hamburg. Ihnen fehlte aber noch ein Drummer. So hatten sie Pete Best mitgenommen, der ein eigenes, gutes Schlagzeug besaß. Pete war ein Typ für die Mädchen. Er sah ein wenig aus wie James Dean und benahm sich auch so. Etwas undurchsichtig, still und in sich gekehrt. Man kam schlecht an ihn heran.
Da er oft bei Proben aus dem Rhythmus kam, drehten sich alle vier halb zu ihm um und stampften mit den Füßen den Rhythmus. So schufen sie den Vierviertel-Beat, der beim Publikum sofort ankam. Er riss mit, er ging ins Blut. Die Teenager schrieen sich die Kehlen wund. Um überhaupt gehört zu werden, mussten die Beatles nun lauter schreiben und je lauter sie schrieen, um so höher stieg das Beatle-Fieber in der Discothek.
Doch jetzt sollte es wieder bergab gehen. George, er war erst 17, wurden von der Polizei nach Hause geschickt. Dann lernte Stu ein Mädchen kennen. Sie war Fotografin und hieß Astrid Kirchherr. Sie zogen zusammen. Dann waren es noch 3 Beatle. Doch nach 6 Monaten waren für Paul und Pete die Arbeitserlaubnisscheine abgelaufen. Sie mussten gehen. Es hätte sonst noch Ärger gegeben. Die Polizei konnte über einige Späße der Beatles nicht lachen. Einmal trat John auf, nur mit einer Badehose bekleidet. Um den Hals hatte er sich eine Klosettbrille gelegt.
In Liverpool trafen sie sich dann später wieder. Etwas mutlos. Doch das sollte sich ändern.
John und Paul komponierten neue Lieder. Diese kamen bestens an. Auch wenn der Text erst einmal aus nicht viel mehr als lalala und yeah baby yeah bestand. Dann kam Brian Epstein. Er modelte die Beatles vollständig um. Aus Lederklamotten wurden Anzüge. Die Haare wurden kürzer. Von da an nannte man sie auch die Pilzköpfe aus Liverpool. Sie mussten immer pünktlich sein, auch wenn es sonst nicht ihre Art war. Brian Epstein, ihr neuer Manager, sorgte dafür. Die Gagen wurden höher.
In Hamburg erfuhren sie dann, dass Astrids Freund Stu gestorben war. Es dauerte lange, bis sich die Beatles fingen. Epstein ließ ihnen Zeit. Dann schloss George Martin einen Vertrag mit Epstein. Martin war der berühmte Plattenproduzent der allmächtigen EMI-Plattengesellschaft.
Später machten Martin und Epstein Pete klar, dass er leider ersetzt werden müsste. Pete war verständlicherweise nicht beglückt von dieser Nachricht, so kurz vor dem Durchbruch zur Karriere ausgebootet zu werden. Aber er war nicht im Stande, den Rhythmus in einigen Songs lange genug zu halten. So wurde ein alter Freund der drei Beatles angerufen und engagiert. Er war frührer bei Krankheitsfällen oft eingesprungen als Drummer. Sein Name:>Richard Starkey, oder besser gesagt: Ringo Starr<
Geboren am 7. Juli 1940 in Liverpool. Sein Kennzeichen: Er trug nie weniger als drei und nicht mehr als fünf Ringe an einer Hand.
Mit Ringo schafften sie den Durchbruch. Bei ihren Konzerten fielen die Mädchen in Ohnmacht, sie schrieen und wussten nicht, was sie tun sollten.Die Beatles wurden gegen Ende ihrer Karriere von vielen Leuten und Reportern als Jugendrevolutionäre dargestellt. Die beeinflussten eine ganze Generation. Sie ließen sie die Haare lang wachsen. Die meisten Jungen in der Welt machten dieses nach. Ihre Kleidung wurde lässig und ihre Musik sprach jeden Menschen an. Sie wurde problemorientiert.
Doch nach einem Jahrzehnt voller beispielloser Erfolge trennten sich die vier. Das war 1970. Sie wollten von nun an eigene Wege gehen. Doch selbst heute sind die vier mit ihren alten Aufnahmen in den Bestsellerlisten vertreten. Beatles LPs werden heute immer noch gut verkauft. Bis jetzt waren es 100 Millionen.
Unverändert klingt jedoch der Fan-Schrei nach einer Wiedervereinigung.
Sie waren nun einmal die Größten, (Zitat) die den Geist der Epoche am vollendetsten verkörperten (Zitatende). Keine Band hat solche Umsatzerfolge geschafft. Aber wenn ihnen 60 Millionen Dollar und mehr für ein einziges Wiedervereinigungs-Konzert geboten werden, so dürfte der Beatles-Traum doch ausgeträumt sein. Jeder der vier macht seine eigene Musik. Paul McCartney sagt: Wir wüssten gar nicht, was wir zusammen spielen sollten. Doch nicht etwas den alten Käse von früher!
Zu ihrer Trennung wäre noch etwas zu sagen. Der Grund für diese, sagt man, ist bei Pauls Frau Linda zu suchen. Sie hätte die Beatles auseinandergebracht, als sie Paul kennenlernte.In ihrer Glanzzeit können die Beatles heute noch in ihren Filmen bewundert werden.
Filme:
1964 - A hard days night
1965 - Hi,hi Hilfe
1967 - Yeah, yeah, yeah
1970 - Let it beAls Zeichentrickfilm wurde Yellow Submarine aufgenommen (1969).
In einem Punkt, es ist auch der einzige, sind die vier Ex-Beatles sich einig. Wir wollen nie mehr zusammen auftreten und spielen !
Was ist aus ihnen geworden ? Nun, John Lennon heiratete Yoko Ono, eine Japanerin. 1969 staunte die ganze Welt. Um für den Frieden zu demonstrieren, legten John und Yoko sich in ein Hotelbett in Amsterdam und verließen es 8 Tage nicht mehr. Sie machten immer wieder Schlagzeilen. So zum Beispiel, als sie sich beide als Adam und Eva für eine gemeinsame Platte der beiden fotografieren ließen. Das war kurz nach der Auflösung der Beatles.
George Harrison gehörte eine Zeitlang einer indischen Sekte an. Seine Musik wurde oft schlecht kritisiert.
Ringo Starr hatte diverse Single-Erfolge. 1973 ein Erfolgsalbum, dass großen Absatz fand. 1975 wieder ein gut verkauftes Album.
Paul McCartney machte eine eigene Gruppe auf. Die Wings. Nach vielen Fehlschlägen hatten sie etliche Erfolge. Seine Frau Linda spielt mit in seiner 3-Mann starken Band.Der Weg der Beatles kurz und prägnant:
Beatles: gegründet 1960 in Liverpool. John Lennon geb. am 9.10.1940 in Liverpool Paul McCartney geb. am 14.6.1942 in Liverpool George Harrison geb. am 25.2.1943 in Liverpool Ringo Starr (Richard Starkey) geb. am 7.7.1940 in Liverpool Stuart Sutcliff, genannt Stu:
Er fand in Hamburg eine Freundin und verließ die Silver Beatles.
Er starb jedoch ca. 1 Jahr danach.Pete Best, Drummer.
Er wurde von Ringo Starr abgelöst, weil er über längere Zeit den Rhythmus der neuen Musik nicht halten konnte.1956 Gründung der Quarrymen, später Rebels 1958 Auftritt im Talentschuppen von Carroll Lewis, Gründung der Moondogs
1959 Gründung der Silverbeatles
1960 Gründung der Beatles, Brian Epstein, Manager der Beatles, holte sie nach Hamburg. Er wurde als 5. Beatle oder Fan Nr. 1 bezeichnet.
1970 Trennung der Beatles. Alle 4 wollten ihre eigenen Karriere machen.
Ihre größten Erfolge:
1962-1966:
She loves you
A hard days night
I feel fine
Yesterday
Help
Michelle
Yellow submarine1967-1970
Sgt. Peppers lonely hearts club band
Lucy in the sky with diamonds
Hey Jude
Here comes the sun
Let it be
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